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23.09.05

EDV-GT: Arbeitskreis "Digitales Diktieren"

Logo EDV-GTEiner der letzten Arbeitskreise beim heute zu Ende gegangenen 14. EDV-Gerichtstag beschäftigte sich unter dem Titel "Digitales Diktieren" insbesondere mit den neuesten Entwicklungen bei modernen Spracherkennungsprogrammen und digitalen Diktiergeräten sowie den Möglichkeiten und Vorteilen, aber auch den Schwierigkeiten deren flächendeckenden, medienbruchfreien Einsatzes in der Justizverwaltung.

So wies Referent Peter Uhde, der als Richter beim Amtsgericht Reutlingen mit den üblichen Vorbehalten und Anlaufschwierigkeiten im Zusammenhang mit der Einführung PC-gestützter Online-Spracherkennungssoftware in die richterliche Praxis aus eigener Anschauung bestens vertraut ist, darauf hin, dass die erhoffte Zeitersparnis und Effizienzsteigerung beim Einsatz derartiger Einzelplatz-Lösungen nur erreicht werden könne, wenn von Anfang an regelmäßige Schulungen - sowohl der Diktierenden als auch der nachbearbeitenden Schreibkräfte - durchgeführt würden. Insbesondere komme es neben der Verwendung geeigneter Aufnahmetechnik (Mikrofon mit Richtcharakteristik und großer Rauscharmut/ vorzugsweise Desktop-PC mit mindestens 1 GB Arbeitsspeicher) auch auf die Beherrschung des für die Sprachsteuerung der jeweiligen Software bereitgestellten Befehlsvokabulars durch den Diktierenden an, um bei diesem nicht nur Frust über die erzielbaren Resultate zu erzeugen. Anhand der Formatierungsanforderungen spezieller Textbausteine aus der richterlichen Praxis, die in kurzen Live-Diktaten während der Veranstaltung beispielhaft in eine Online-Erkennungssoftware eingesprochen wurden, verdeutlichte Herr Uhde anschaulich die Vorteile einer komfortablen Sprachsteuerung ebenso wie die mit deren Unkenntnis verbundenen Schwierigkeiten.

Demgegenüber wusste Referent Dietmar Kirschbaum, seines Zeichens Verwaltungsrichter (derzeit als Leiter der Stabsstelle IT-FachJustiz abgeordnet zum OVG Thüringen), über Erfahrungen mit der flächendeckenden Einführung und Integrierung digitaler Diktiergeräte in das vorhandene Netzwerk der Justizverwaltung im Freistaat Thüringen zu berichten. Im Rahmen des von ihm geleiteten Projektes sei zugunsten einer möglichst großen Akzeptanz bei den diktierenden Richtern, die sich weiterhin nur auf den Inhalt ihrer abzusetzenden Texte konzentrieren können sollten, von Anfang an besonderer Wert auf eine weitestgehend an den Gewohnheiten des herkömmlichen analogen Diktierens orientierte Handhabung der eingesetzten Technik gelegt worden. So wiesen die in der Thüringer Justizverwaltung zum Einsatz kommenden mobilen und stationären digitalen Diktiergeräte insbesondere auch den bekannten Schiebeschalter auf. Des Weiteren liege aber auch die Entscheidungshoheit über Fragen der Textformatierung beim Einsatz derartiger Systeme - wie bisher - im Zweifel zunächst bei den Servicekräften, welche die in ein dezentrales Verteilersystem (ggf. auch mit unterschiedlich verfügter Priorisierung) eingespeisten Sprachdateien direkt auf ihren Arbeitsplatz erhielten. Nachdem hier das sog. „Profi-Diktat“ durch eine Offline-Erkennung zunächst in Rohtext-Material umgesetzt und sodann durch die Schreibkraft von Hand nachbearbeitet werde, gelange der fertige Text über das elektronische Netzwerk zur Kontrolle zurück in den Eingangskorb des Diktanden.

Beide Referenten stimmten darin überein, dass der Einsatz digitaler Diktiertechnik bei entsprechender Schulung der jeweils mit der Hard- bzw. Software befassten Personen trotz stets notwendiger Live-Korrektur oder Nachbearbeitung eine spürbare Effizienzsteigerung und damit Zeitersparnis mit sich bringe. So genügten für beide Systeme i.d.R. wenige Adaptionsschritte, um im laufenden Betrieb die Fehlerquote der Texterkennung auf einem Niveau von unter fünf Prozent zu halten.

Das LAWgical-Team dankt Enrico Krüger für seinen Bericht.

I.Speiser (23:15) | Link | EDV-Gerichtstag , Juristische Meldungen
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