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01.01.06

"Sozialgericht Bremen" - oder "Wehe dem, den Google liebt"

Das Sozialgericht Bremen hat der Bloggerszene in der jahreswechsel-bedingten "Saure-Gurken-Zeit" unverhofft Stoff für eine Jahresendposse verschafft.

Angefangen hat die ganze Story am 27. Mai 2005. Damals berichtete der Shopblogger über eine ihm (dem Anschein nach irrtümlich) zugegangene Ladung des Sozialgerichts Bremen. Nichtsahnend überschrieb er seinen Blog-Beitrag mit "Sozialgericht Bremen".

Soweit so gut. Bis irgendjemand beim SG Bremen auf die Idee kam, bei Google nach "Sozialgericht Bremen" zu suchen. Leider fand sich in der Liste der Top 10 Ergebnisse unter der Überschrift "Sozialgericht Bremen - Der Shopblogger" nicht das SG Bremen sondern der besagte Blog-Beitrag. Von diesem Weihnachtsgeschenk wenig begeistert, holte das SG Bremen die große juristische Keule aus der Ecke und prügelte auf den armen Blogger ein. Er habe eine Namensanmaßung begangen. Hierdurch werde eine Zuordnungsverletzung ausgelöst, da, wenn man unter Google den Namen "Sozialgericht Bremen" eingebe, die Internetadresse des Shopbloggers unter den ersten zehn Treffern erscheine.

Inzwischen haben sich zahlreiche juristische Blogs der Analyse der Rechtslage gewidmet (z.B. LawBlog, RA-Blog, Vertretbar, Christian Saefken, Finblog, Dr. Bahr, Die Rente ist sicher und auch der winkelschreiber). Im Wesentlichen ist man sich einig, dass die Nennung des Namens des SG nicht mit einer Nutzung gleichzusetzen sei.

Neben der Frage der Namensverletztung stellt sich aber die ebenfalls nicht uninteressante Frage "Warum liebt Google den Shopblogger mehr als das SG Bremen?" Auf der Homepage des SG Bremen, die über die nicht gerade aussagekräftige URL http://www.bremen.de/sixcms/detail.php?id=339240 zu erreichen ist, befindet sich noch nicht einmal die Phrase "Sozialgericht Bremen". Ein Wunder, dass Google die Seite bei diesem Suchbegriff überhaupt findet. Sie steht sogar ebenfalls unter den Top 10 - wird allerdings mit dem ebenfalls wenig aussagekräftigen Titel "bremen.online - Freie Hansestadt Bremen -" nachgewiesen.
Das S-O-S SEO Blog hat dem Sozialgericht Bremen für dieses Lehrstück in Sachen schlechte Suchmaschinenoptimierung zu Recht den "AntiSeo-Award" verliehen.

Aber immerhin hat die Aktion dem Sozialgericht Bremen einen neuen eigenen Wikipedia-Artikel eingebracht.

I.Speiser (13:54) | Link | Blogs und Blawgs
Trackbacks
Nächste Stufe der Sylvester-Rakete(n) abgeschossen (Update)
Scheinbar wird es nichts mit der erhofften Ruhe nach den Rechtstreitigkeiten, die sich am Horizont für den Shopblogger und den Werbeblogger abzeichnen (siehe auch "Turbulente Jahreswende"). Während die Tastaturen in der Blogosphäre weiter fleißig klapp...
hirnrinde.de - was in unseren Köpfen herumspukt... (04.01.06 10:39)
Kommentare

Das mit dem Wikipedia-Verlinken üben wir aber noch gelle

kg (03.01.06 22:04)

Tja, im Eifer des Gefechts...
Danke für den Hinweis.

I. Speiser (03.01.06 22:29)

Interessant ist übrigens auch ein Validieren der Sozialgerichtsseite beim W3C-Validator:

http://validator.w3.org/check?uri=http%3A%2F%2Fwww.bremen.de%2Fsixcms%2Fdetail.php%3Fid%3D339240

Die Stimme der freien Welt (04.01.06 16:19)

Okay, die Frage zu § 12 BGB dürfte kein Problem darstellen. Um so spannender ist die Frage: Warum hat Frau Holst so reagiert? Hier eine Vermutung, die durch Indizien erhärtet ist: http://37sechsblog.de/?p=198

Andreas Skowronek (05.01.06 17:12)