Dienstag, 16. September 2008
Nachdem gestern eine angebliche Nachbarin ein erotisches Abenteuer mit mir wollte, schreibt mir heute eine Alexandra:
Hallo nochmal,
ich hatte mich bereits vor einigen Tagen bei Dir gemeldet. Es geht noch einmal um den Bonus für Dich. Wenn Du es ganz eilig hast, hier noch einmal die Adresse:
http://www.Bar-Bonus.net/
Gleich vorab: Ich möchte kein Geld von Dir, sondern Dich nur darauf hinweisen, dass ich als Managerin einen speziellen Bonus von 800 Euro an Bekannte weitergeben kann. Du kannst Dir diesen Bonus auszahlen lassen oder damit anfangen, was Du möchtest.
Dies ist keine Abzocke, kein Betrug oder sonst irgendetwas, was Dich misstrauisch stimmen sollte. Schau' Dir einfach die Seite an, und ich kann Dir Deinen Gratis-Bonus sofort freischalten lassen:
http://www.Bar-Bonus.net/
Wenn Du Fragen hast, findest Du auf der Seite auch meine Kontaktdaten, dann kann ich Dir helfen...habe nämlich gerade im Moment wenig zu tun.
Liebe Grüße,
Alexandra
Auf der beworbenen Seite erzählt uns Alexandra dann folgende hanebüchene Geschichte:
Hallo, mein Name ist Alexandra.
Ich arbeite seit mehreren Jahren als Casino Managerin in einem der größten Online Casinos. Nur durch mich bekommen Sie kostenlose Empfehlungen, mit denen Sie umsonst unsere Casinos testen können. Ja Sie haben richtig gelesen, durch meine Position bin ich in der Lage Ihnen völlig gratis einen Geldbonus zu SCHENKEN. Sie können Just for Fun spielen und gewinnen
So funktioniert das Ganze:
1. Ich arbeite über 5 Jahre hier im Casino
2. Unsere Geschäftsführung erlaubt uns an 50 Freunde einen Echtgeld - Bonus zu verschenken
3. Keiner kontrolliert das so genau, man muss nur Vornamen eintragen
4. Sie tragen sich unten ein, und schicken mir Ihren Vornamen
5. Ich setze Sie im Computer ein, und schon bekommen Sie unseren Mitarbeiter Bonus
6. Sie sind mein Freund, und ich verschenke den Bonus an Sie Keine Abzocke - Ich will kein Geld von Ihnen
Um in den Genuss dieses ach so selbstlosen Geschenks zu kommen, soll ich Vorname und Mailadresse angeben. Für mich klingt diese Sache doch sehr dubios. Warum sollte Alexandra aus reiner Menschenfreundlichkeit einen Betrug begehen und ihren Job riskieren?
Für mich sieht das im günstigsten Fall nach Adressensammlung und im ungünstigsten ach Abzocke aus.
Donnerstag, 28. August 2008
Die E-Commerce-Verbindungsstelle hat ein Merkblatt zu Internet-Abo-Fallen herausgegeben. Darin werden schön die Warnzeichen beschrieben, an denen man unseriöse Angebote wie die "Führerschein-Abzocke" zu erkennen, über die in diesem Blog erst vor wenigen Tagen und zuvor 2006 berichtet wurde.
Mittwoch, 13. August 2008
Vor etwas mehr als eineinhalb Jahren überschwemmte eine Welle von Werbemails die Mailboxen, in denen eine angebliche "Führerscheinstelle" zur Teilnahme an einer Online Fahrpüfung aufforderte. Dahinter steckte eine typische Abzockfalle; wer unaufmerksam das Kleingedruckte überlesen und sich registriert hatte, sah sich einer Forderung von 64,80 € ausgesetzt Auf den Beitrag im LAWgical meldeten sich in den Kommentaren zahlreiche Betroffene und berichteten von ihren Anstrengungen bei der Abwehr nachdrücklicher Zahlungsaufforderungen eines Inkassobüros. Erst nach einem Jahr vermeldeten die Opfer das Abebben der Beitreibungsmaßnahmen.
Gestern finde ich nun zu meiner Überraschung dieses Schreiben eines mir unbekannten "Alex" im elektronischen Briefkasten:
Betreff: Alex hat Dich zur Fahrprüfung eingeladen
Alex hat Dich zur Fahrprüfung eingeladen. Unser Mitglied Alex möchte Dich hiermit persönlich einladen, die theoretische Führerscheinprüfung zu absolvieren. Alex hat 7 Fehlerpunkte erreicht. Du kannst Deine Punktzahl danach mit Alex vergleichen.
Klicke hier, um die Einladung anzunehmen:
http://Fuehrerschein-Einladung.net/?cp01-91876545367
Das klingt doch verdächtig nach unseren Freunden vom letzten Mal. Ein Blick auf die angegebene URL bestätigt den ersten Verdacht: Das gleiche wie damals in Grün Rot. Lediglich der Name auf dem Briefkasten hat sich geändert: Man firmiert im >Moment unter "NOM New Online Media Ltd.". Und noch eine weitere Änderung: Der Preis für das zweifelhafte Vergnügen, die Seite zu nutzen zu dürfen, beträgt inzwischen 98,50€!
Auch für diese neue Seite gibt es nur eine Empfehlung: Finger weg!
Update: Erst durch den Kommentar bemerkt: auch an anderer Stelle wird bereits eifrig über die aktuelle Führerscheinprüfungswelle diskutiert.
Sonntag, 24. Dezember 2006
Mein Führerschein ist in Gefahr - jedenfalls wenn ich der Mail einer “Nadine Köhler” glauben soll. Frau Köhler schreibt:
Guten Tag,
machen Sie jetzt online die Fahrprüfung:
http://www.DeinFuehrerschein.info
Anhand amtlichen Prüfungsbögen testen Sie, ob Sie zum Autofahren
geeignet sind. Sie können sich sowohl als Fahranfänger, als auch als
Führerschein-Inhaber testen.
Wenn Sie gleich am test teilnehmen, werden Sie noch exklusiv mit einem
Erste-Hilfe-Set fürs Auto belohnt, das Sie per Post nach Hause erhalten.
Jetzt gleich teilnehmen: http://www.DeinFuehrerschein.info
Lesen Sie außerdem aktuelle Informationen über den Führerschein:
- Wie viel dürfen Sie trinken, um den Führerschein nicht zu gefährden?
- Wie viele Punkte dürfen Sie in Flensburg "sammeln"?
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Führerscheinstelle
Frau Köhler arbeitet also bei der Führerscheinstelle und sorgt sich um meinen Führerschein und rät mir zur Überprüfung meiner theoretischen Fahrkenntnisse. Und als Belohnung für den Selbsttest gibt es sogar ein Erste-Hilfe-Set fürs Auto. Welch' unerwartetes Weihnachtsgeschenk - bei meinem Erste-Hilfe-Kasten ist unlängst das MHD abgelaufen. Also gleich mal nachsehen...
Die Website von “DeinFuehrerschein.com” empfiehlt sich als “für alle Führerscheinklassen geeignet” und “von Fahrlehrern empfohlen”. Bevor der Test beginnen kann, ist nur noch ein kleines Anmeldeformular auszufüllen. Bis jetzt habe ich noch an keiner Stelle irgendetwas von Kosten gelesen. Lediglich ein kleiner, relativ unverdächtiger Hinweis, dass die IP-Nummer gespeichert werde und das übliche Kästchen, mit dessen Aktivierung man die Kenntnisnahme der AGB bestätigt.
So ganz ohne Haken ist die Sache jedoch nicht. Dieser offenbart sich allerdings nur den Nutzern, die Gebrauch von der Scrollleiste machen. Bei Auflösungen von 1024x768 oder kleiner unterhalb des Bildschirmrandes lauert das Kleingedruckte. Dort steht unter anderem: “Der Preis für die Teilnahme am Online-Test beträge (sic!) einmalig 64,80 Euro und ist sofort fällig.” Von diesem Weihnachtsgeschenk, das übrigens nicht von einer amtlichen Führerscheinstelle, sondern einer “First Online Services AG” aus Zürich stammt, lässt man am besten die Finger!
Solche Internet-Vertragsfallen tauchen in jüngerer Vergangenheit immer häufiger auf und treten die Nachfolge der Dialer-Sites an, die durch das entschlossene Vorgehen der Bundesnetzagentur und den Trend zu DSL-Anschlüssen deutlich weniger geworden sind. Weiterführende Informationen zu Internet-Vertragsfallen bietet z.B. verbraucherrechtliches in seinen FAQ Internet-Vertragsfallen.
Montag, 2. Oktober 2006
Vor dem gestrigen Auftritt mit der Stadtkapelle in Saarlouis wurde ich um einen Rat gebeten. Gegenstand war ein Abo, das angeblich im Internet abgeschlossen worden sein sollte. Der Ratsuchende hatte nach dem unerwarteten Eintreffen einer Rechnung seine Erklärung zwar umgehend widerrufen, jedoch - so die Antwort der Firma - sei dieser Widerruf verspätet. Er wurde aufgefordert, den Jahresbetrag für das Abo zu zahlen. Natürlich nicht ohne den Hinweis, dass zu Beweiszwecken seine IP-Adresse und die persönlichen Daten für eine mögliche Strafverfolgung gespeichert worden seien.
Soeben habe ich in der heutigen Print-Ausgabe des Spiegel den hierzu passenden Bericht entdeckt. Unter der Überschrift "Die Masche der Brüder" berichtet Sebastian Matthes vom Treiben der mir seit gestern bekannten Firma Andreas & Manuel Schmidtlein GbR. Mit der Unaufmerksamkeit der Internet-Nutzer machten die beiden 22 bzw. 32 Jahre alten Brüder aus dem hessischen Büttelborn vermutlich ein Millionen-Geschäft. Die unter Domains wie songtexte-heute.com, basteln-heute.com, vornamen-heute.com oder p2p-heute.com angebotenen Leistungen seien für die Nutzer meistens wertlos, weil entweder die Erwartungen nicht erfüllt oder lediglich Informationen bereitgehalten würden, die anderenorts kostenfrei erhältlich seien.
Neben über 1.200 Strafanzeigen, die nun die Staatsanwaltschaft beschäftigten, sowie ungezählten Beschwerden, die die Verbraucherzentralen erreichten, formiere sich weiterer privater Protest. So sei beabsichtigt, nicht nur über Anwälte gegen die Geschäftemacher vorzugehen, sondern auch eine Demonstration mit über 350 Geschädigten vor dem Elternhaus der Schmidtleins geplant. Von dort aus sollen die Brüder einen Teil ihrer Aktivitäten betreiben.
Meinem Musikfreund habe ich die Einschaltung eines Rechtsanwalts empfohlen, aber vielleicht möchte auch er sich persönlich an dem Protest beteiligten - sauer genug war er jedenfalls...
Nachtrag
Zu diesem Thema s. auch:
Law Blog: Schmidtlein GbR: 1200 Anzeigen
jurabilis: Knallharter Verbraucherschutz
verbraucherrechtliches.de: Spiegel.de berichtet über den Werdegang der Gebrüder Schmidtlein
SPIEGELonline: Die Masche der Brüder
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Kommentare
Mo, 08.02.2010 10:41
Ich habe manchmal das Gefü hl, dass bei der Telekom d ie linke Hand nicht weiß, was die rechte macht. Als ich im ver [...]
Mi, 20.01.2010 19:47
tja die lady versuchts hal t immer wieder.aber sie ka nn mir gerne 3000 euro sch icken,dann bin ich alle so rgen los u [...]
So, 17.01.2010 18:38
Die Mitarbeiter der Europä ischen EDV-Akademie des Re chts, arbeiten eng mit Exp erten der Landesmedienanst alt, des s [...]
So, 17.01.2010 18:21
Danke für den Hinweis. Ich hätte mir gewünscht, dass die Botschaft verstanden und der Faden aufgegriffen wird. Übr [...]
So, 17.01.2010 18:13
Eine interessante Idee, da s mit dem Vertrag. Ob sich davon ein Gericht überzeu gen wird lassen, bliebe ab zuwarten. [...]